Risiken ohne Bestehen einer Krankenversicherung

Obwohl in Deutschland grundsätzlich eine Krankenversicherungspflicht besteht, gibt es immer noch eine Vielzahl von Bürgern, die nicht in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sind. Laut Statistischem Bundesamt betrug die Zahl der nicht krankenversicherten Personen im Jahre 2007 im gesamten Bundesgebiet 211.000 Bürger. Diese Zahl ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. Inzwischen sind deutlich mehr Männer (ca. 58 Prozent) als Frauen nicht krankenversichert. Die Gründe für diese Entwicklung sind nicht sehr vielfältig, sondern es gibt im Grunde nur drei Situationen bzw. Ursachen, warum sich Menschen nicht gesetzlich oder privat krankenversichern. Dabei kann man hauptsächlich auch danach unterscheiden, ob sich Personen nicht krankenversichern weil sie nicht können, oder weil sie nicht wollen.

Personengruppen die nicht versichert sind

Die erste Personengruppe, die weder gesetzlich noch privat krankenversichert ist, und somit übrigens auch nicht pflegeversichert ist, sind die Obdachlosen. Sie kann man durchaus zu der Gruppe von Personen rechnen, die sich aufgrund ihrer Lebenssituation nicht krankenversichern können. Die zweite Gruppe besteht aus den Personen, die sich ganz bewusst nicht krankenversichern, um Geld zu sparen oder es einfach nicht einsehen, monatlich viel Geld für eine Krankenversicherung auszugeben. Besonders dieser Gruppe gilt der folgende Beitrag zum Thema, welche Risiken es ohne Bestehen einer Krankenversicherung gibt. Der dritte Personenkreis, welcher leider in den letzten Jahren von der Anzahl her deutlich zugenommen hat, der sich ebenfalls nicht krankenversichert, ist der Kreis der Selbstständigen. Hier sind insbesondere die Kleinunternehmer betroffen. Diese wollen sich zwar in den meisten Fällen krankenversichern, können aber den Beitrag nicht zahlen. Dazu muss man wissen, dass der monatliche Mindestbeitrag zur Krankenversicherung momentan bei ca. 250 Euro liegt. Diese Summe ist für die Kleinunternehmer so hoch, dass sie neben den sonstigen Kosten wie Miete, Lebensunterhalt etc. nicht tragbar ist.

Risiken für Nichtversicherte

Wie jede Situation im Leben, die nicht in irgendeiner Art und Weise versichert ist, kann natürlich gerade im Bereich der nicht bestehenden Krankenversicherung einiges an Risiken auf den Nichtversicherten zukommen. Die Krankenversicherung, ganz gleich ob es sich um die gesetzliche oder private Krankenversicherung handelt, übernimmt eine Vielzahl von Behandlung- und sonstigen Kosten für ihre Versicherten und bietet auch ansonsten zahlreiche Leistungen rund um die Gesundheit an. Laut statistischen Angaben zahlt die Krankenkasse im Laufe des Lebens eines Versicherten im Durchschnitt eine Summe von knapp einhunderttausend Euro für medizinische Leistungen aller Art. Viele der nicht krankenversicherten Menschen sind der Meinung, sie würden "schon auf sich aufpassen" und nicht krank werden. Diese Aussage ist natürlich sehr naiv, denn niemand kann sich vor einer Krankheit oder vor einem Unfall schützen. Daher besteht für diese Personen, die sich nicht krankenversichern können oder möchten ein ganz erhebliches finanzielles Risiko. Wie teuer viele medizinische Leistungen und Behandlungen sind, bekommt man selber in der Regel gar nicht mit, da die Ärzte und Krankenhäuser immer direkt mit der Krankenkasse abrechnen. Tatsächlich sind die Kosten aber zum Teil sehr hoch. So kostet ein durchschnittlicher Tag im Krankenhaus beispielsweise ca. 330 Euro je Patient. In diesem Betrag sind noch keine Untersuchungen enthalten, sondern es handelt sich nur um die reinen Aufenthaltskosten. Wenn man sich nun vorstellt, eine nicht krankenversicherte Person bricht sich beispielsweise beim Sport das Bein. Daraus folgend wird evt. eine Operation durchgeführt, der Patient wird vorher untersucht (geröntgt) und die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus beträgt eine Woche. Auf diesen Patienten kämen dann Kosten in Höhe von ca. 5.000 bis 8.000 Euro zu (inkl. der Operation). Und bei diesem Beispiel gilt es zu Bedenken, dass es sich eher um einen harmlosen Krankheitsfall handelt und solche Aspekte wie Verdienstausfall etc. noch nicht einmal mit berücksichtigt sind. Leidet der Patient nun beispielsweise an einer schwereren Erkrankung, die eine sehr langfristige und medizinisch aufwendige Behandlung erfordert, können sehr schnell Kosten in Höhe von mehreren Zehntausend Euro auf den Nicht-Versicherten zukommen. Da der Patient nicht krankenversichert ist, muss er die Kosten vollständig selber tragen. Insgesamt kann man also festhalten, dass das finanzielle Risiko ohne Bestehen einer Krankenversicherung für jeden Bürger sehr hoch ist, und im "Schadensfall" schnell zum finanziellen Ruin führen kann.